Methodische Grundlagen

Erfassungsparameter

Die Ökologische Flächenstichprobe ist modular aufgebaut. Auf Ebene eins dient eine detaillierte Biotop- und Nutzungstypenkartierung mit ihren unterschiedlichen biotoptypenspezifischen und qualifizierenden Strukturparametern als wichtige Grundlage. Dabei wird das LANUV im Rahmen der Geländearbeit durch Fachbüros, Freilandbiologinnen und -biologen sowie durch Biologische Stationen unterstützt.

Ebene zwei dokumentiert die Qualität der Biotoptypen und deren Artenvielfalt. Dafür werden für jede einzelne abgegrenzte Biotoptypenfläche alle Gefäßpflanzen mit ihren Deckungsgraden in Bezug zur gesamten Kartiereinheit und gegebenenfalls in mehreren Schichten, zum Beispiel in Wäldern, erfasst. Abschließend wird die Biotoptypenfläche nach einer elfstufigen Biotopwertskala bewertet sowie bei Agrarflächen ihre so genannte High-Nature-Value-Farmland-Wertstufe bestimmt. Ist ein entsprechender Lebensraumtyp nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union vorhanden, wird dessen Erhaltungszustand ermittelt. Bei den Faunengruppen stehen die Brutvögel im Vordergrund. Die Brutreviere aller vorkommenden Vogelarten werden mit der Revierkartiermethode flächendeckend erfasst.

Stichprobennetz der Ökologischen Flächenstichprobe

Das Stichprobennetz der Ökologischen Flächenstichprobe (ÖFS) setzt sich aus 170 jeweils 100 Hektar großen, quadratischen Untersuchungsflächen zusammen. Diese sind nach ihrer Lage in den sechs Landschaftsräumen und den Flächenanteilen der drei Haupt-Biotoptypengruppen Wald, Agrarland und Siedlung proportional geschichtet. In der Summe entsprechen sie rund einem halben Prozent der Landesfläche von Nordrhein-Westfalen.

Im Jahr 2011 wurde das Stichprobennetz um weitere 21 Flächen im besonders klimasensitiven Ballungsraum Rhein-Ruhr verdichtet und auf nunmehr 191 Stichprobenflächen erweitert. Für vergleichende Aus- und Bewertungen zwischen der Normallandschaft und naturnahen Gebieten werden den ÖFS-Flächen, die die Normallandschaft repräsentieren, insgesamt 29 gezielt ausgewählte Referenzflächen in Naturschutzgebieten gegenüber gestellt. Diese zeichnen sich durch besonders extensive und naturschutzverträgliche Bewirtschaftung oder eingestellte Nutzung, beispielsweise im Wald, aus.

Untersuchungflächen ÖFS in NRW
Untersuchungflächen der Ökologische Flächenstichprobe in NRW

Die Kartierdaten der Stichprobenflächen werden jährlich auf einem Sechstel der 220 Untersuchungsflächen aktualisiert. Die Berechnung der jeweiligen aggregierten Jahreswerte erfolgt unter Anwendung des „Gleitenden Mittelwertes“. Das bedeutet, dass die in die Jahreswerte einfließenden Daten zu je einem Sechstel im betreffenden Jahr und in den fünf davor liegenden Jahren erhoben wurden. Diese Vorgehensweise ist eine allgemein anerkannte Methode, um in der Regel langsam verlaufende Entwicklungen und Veränderungen ausreichend genau abzubilden und gleichzeitig Personal und Finanzen zu sparen. Lediglich die nicht im Fokus der Ökologischen Flächenstichprobe stehenden kurzfristigen Bestandsschwankungen, zum Beispiel von kältesensiblen Vogelarten, werden hiermit nicht in Gänze abgebildet.